Die Künstler

De Keersmaeker, Anne Teresa
Die Belgierin Anne Teresa De Keersmaeker ist eine der Großen des europäischen Tanzes und eine wahre Meisterin der abstrakten Form. Sie studierte Tanz bei Maurice Béjart in Brüssel und an der Tisch School of the Arts in New York. 1983 gründete sie ihre Kompanie Rosas, seit 1992 ist diese Teil des Théâtre Royal de la Monnaie. Seit 1995 leitet sie die Brüsseler Tanzinstitution P.A.R.T.S., aus der unzählige Talente hervorgegangen sind. De Keersmaeker setzt sich immer wieder intensiv mit Werken der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Musik auseinander – wie z.B. 2011 bei den Elbphilharmonie Konzerten auf Kampnagel mit Gustav Mahlers »Der Abschied«.

Ensemble Resonanz
Das Hamburger Ensemble Resonanz spannt den Bogen von Tradition zu Gegenwart und sucht den Kontrast und die Verbindung zwischen alten und zeitgenössischen Meistern. Mit Spielfreude und auf höchstem musikalischen Niveau widmet sich das Ensemble der Entwicklung neuen Streicherrepertoires und der eigenen und zeitgemäßen Interpretation großer Meister. So bildet das Ensemble die Schnittstelle zwischen Kammerorchester und Solistenensemble und ist auf den Bühnen der führenden europäischen Konzerthäuser ebenso vertreten wie auf Festivals für Neue Musik. Auf Konzertreisen nach Wien, Salzburg, Paris, Venedig, Amsterdam sowie von Indien über New York bis nach Mexiko lässt es ein begeistertes internationales Publikum zurück. Partner des Ensembles sind nicht nur namhafte Solisten und Dirigenten, sondern auch Medienkünstler, Regisseure sowie darstellende und bildende Künstler. In den letzten Jahren waren dies u.a. Beat Furrer, Fazιl Say, Imre Kertész, Matthias Goerne, Roger Willemsen, Peter Rundel, Helmut Lachenmann, Rebecca Saunders, Reinhard Goebel und der RIAS Kammerchor.

Fischer, Johannes
Der Schlagzeuger Johannes Fischer, überragender Gewinner des 56. ARD-Musikwettbewerbs 2007, ist ein international gefragter Solist bei Orchestern und ein leidenschaftlicher Kammermusiker, der mit Dirigenten und Komponisten wie Heinz Holliger, Harrison Birtwistle, Kirill Petrenko, Peter Eötvös oder Pierre Boulez zusammenarbeitet. Darüber hinaus ist Johannes Fischer Komponist, dessen Werke z. B. bei der Lucerne Festival Academy oder im Louvre Paris aufgeführt werden. Seit 2009 ist Johannes Fischer Schlagzeugprofessor an der Musikhochschule in Lübeck.

Fox, Robin
Robin Fox arbeitet als audiovisueller Künstler in unterschiedlichsten Sphären: von der musikalischen Live-Performance bis hin zu Kunstprojekten im öffentlichen Raum. Seine Auftritte begeistern das Publikum verschiedenster Lager und auf der ganzen Welt –  von der Yokohama Triennale, über das Musica Genera Festival (Warschau), MUTEK Montreal, das Donau Festival (Krems) oder das Festival Nemo (Paris) und werden mit Preisen wie dem englischen Future Everything Award und dem australischen National New Media Art Award ausgezeichnet. Als visueller Künstler hat Fox in wichtigen Kunsthäusern und Galerien ausgestellt, darunter das Centre for Contemporary Photography (Melbourne), die Gallery of Modern Art (Brisbane) und das Salamanca Arts Centre (Hobart). Seine Arbeiten umfassen u.a. ein Outdoor-Beamer-Projekt in Salamanca, eine Klang-Tanz-Arbeit mit kinetischen musikalischen Skulpturen für das Melbourne International Arts Festival 2013 und das Sound- und Light-Design für Lee Serles »SYNC« an der Oper Lyon. Robin Fox hat mit einigen der führenden Künstlern und Regisseuren unterschiedlicher Genres zusammengearbeitet, darunter Jon Rose, Jérôme Noetinger, Oren Ambarchi und Lasse Marhaug, Gideon Obarzanek, Antony Hamilton, Lucy Guerin und Stephanie Lake.

Furrer, Beat
Der Schweizer Komponist Beat Furrer zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Neuen Musik. Seine Werke haben ihren festen Platz in den Programmen der großen Konzerthäuser, Ensembles und Festivals der Welt, darunter die Donaueschinger Musiktage, Wien Modern oder das Opernhaus Zürich. Erst im vergangenen April erhielt Furrer, der 1954 im Schweizer Schaffhausen geboren wurde und in der Nähe von Wien lebt, den hochdotierten Großen Österreichischen Staatspreis; die wichtigste Auszeichnung des Landes wird jährlich einem Künstler für hervorragende Leistungen verliehen. Beat Furrer, der mit dem Klangforum Wien 1985 eines der weltweit führenden Ensembles für aktuelle Musik mitbegründet und geleitet hat, ist überzeugt: Die Gesellschaft braucht Komponisten, um die Wahrnehmung der Menschen lebendig zu halten. Die Überwindung von Klischees über Neue Musik liegt ihm dabei besonders am Herzen.

Hajdu, Georg
Der Komponist Georg Hajdu, geboren 1960 in Göttingen, hat in Köln und am Center for New Music and Audio Technologies in Berkeley/USA studiert und an der University of California promoviert – u.a. unter Georg Kröll, Johannes Fritsch, Krzysztof Meyer, Klarenz Barlow, Andrew Imbrie, Jorge Liderman und David Wessel. 1996 gründete er nach weiteren Aufenthalten am IRCAM in Paris und dem ZKM in Karlsruhe zusammen mit der Pianistin Jennifer Hymer, das Ensemble WireWorks, das sich auf die Aufführung live-elektronischer Musik spezialisiert hat. 1999 produzierte er in Münster seine abendfüllende Oper »Der Sprung – Beschreibung einer Oper«, zu der der Schriftsteller und Filmemacher Thomas Brasch das Libretto verfasste. Im Mai 2002 kam seine interaktive vernetzte Performanceumgebung Quintet.net bei einer Opernproduktion der Münchener Biennale zum Einsatz. 2010 war er Visiting Professor an der Northeastern University und Artist in Residence am Goethe-Institut in Boston. Vorträge und Workshops führten ihn an viele Orte in Europa, Nord- und Südamerika sowie nach Asien, als Komponist und Computermusiker ist er bei zahlreichen Konzerten und Festivals beteiligt.

Hecker, Tim
Tim Heckers Musik, welche die Schnittstellen von Melodie, Dissonanz und Lärm immer wieder neu auslotet, wird gern als »elektronische Kathedralenmusik« beschrieben. Seit 1996 hat der kanadische Sound-Künstler eine Vielzahl an Audio-Arbeiten produziert u.a. für Kranky, Alien8, Mille Plateaux, Room40, Force Inc., Staalplaat und Fat Cat. Seine Aufnahmen ernten bei Publikum und Presse immer wieder großen Beifall, darunter »Radio Amor«, das vom Magazin The Wire als Schlüsselalbum 2003 bezeichnet wurde, und »Harmony in Ultraviolet«, das von Pitchfork als eines der Top-Alben 2006 geehrt wurde. Tim Heckers Werk umfasst neben der Musik auch Arbeiten für den zeitgenössischen Tanz, Klangkunst-Installationen sowie verschiedene Autoren-Tätigkeiten.

Ictus Ensemble
Das belgische Ictus Ensemble, eines der aufregendsten Ensembles für Neue Musik und gern gesehener Gast bei den Elbphilharmonie Konzerten und auf Kampnagel, wurde 1994 von Jean-Luc Plouvier gegründet. Es sucht stets die Verbindung klassischer und Neuer Musik zu Film, Theater und Tanz, legt seinen Fokus auf thematisch konzipierte Konzerte oder an Persönlichkeiten orientierte Programme (Magnus Lindberg, Emmanuel Nunes, Jonathan Harvey, Franco Donatoni, Steve Reich, Toshio Hosokawa). Als der bevorzugte Partner von Anne Teresa De Keersmaeker ist das Ictus Ensemble in zahlreiche Tanzproduktionen mit ihrer Kompanie Rosas involviert. Das Ictus Ensemble tritt regelmäßig auf den wichtigsten Festivals für zeitgenössische Musik auf – in Brüssel, Wien, Salzburg, Paris, Straßburg und Tokio sowie in Deutschland u.a. in Donaueschingen und bei den Wittener Musiktagen.

Klangforum Wien
Der Musik unserer Zeit ihren Platz in der Gegenwart und in der Mitte der Gemeinschaft zurückzugeben, ist das erklärte Ziel des Klangforum Wien. Die Musiker aus zehn verschiedenen Ländern gehen hierfür immer neue Wege und verblüffen ihr Publikum mit spannenden neuen Konzertformaten. Der Musik ihres Gründers Beat Furrer räumen sie dabei immer gern einen Platz ein. Das Spitzenensemble, das zu »Greatest Hits« mit seinem ersten Gastdirigenten Sylvain Cambreling anreist, ist stets gern gesehener Gast bei den Elbphilharmonie Konzerten und sorgte bereits mit der deutschen Uraufführung der Neufassung von Georg Friedrich Haas‘ Oper »Bluthaus« beim 1. Internationalen Musikfest Hamburg im Juni 2014 für Aufsehen.

Mouse on Mars
Über einen Zeitraum von 21 Jahren und inzwischen 11 Alben – vom ambient-house-geprägten »Vulvaland« (1994) über die flatterhaften, humorvollen Elektronik-Sounds von »Niun Niggung« (2000) bis zur 2012 erschienenen experimentellen LP »Parastrophics« – haben sich Jan St. Werner und Andi Toma als zwei der umtriebigsten und innovativsten Künstler in der elektronischen Musikszene etabliert. Mouse on Mars haben alle nur möglichen Felder der elektronischen Musik bespielt – ob Kraut, Dub, Lounge oder Jungle – und erfinden sich immer wieder neu. »Radikales Experimentieren, permanentes Forschen nach noch nie gehörten Sounds und Abschiednehmen von musikalischen Leitideen« (FAZ) sind dabei ihre wichtigsten Leitziele.

Octors, Georges-Elie
Georges-Elie Octors studierte an der Royal Academy of Brussels. Er ist Solist im National Orchestra of Belgium, war Mitglied des Ensemble Musique Nouvelle (Liège) und hat zahlreiche renommierte Symphonieorchester, Kammerorchester und Ensembles dirigiert – mit (Ur-) Aufführungen u.a. von Aperghis, Boesmans, De Mey, Francesconi, Harvey, Hosokawa, Jarrell, Levinas, Pousseur, Romitelli, Saariaho und Wood. Er ist regelmäßiger Gast bei den wichtigsten internationalen Festivals für Zeitgenössische Musik. Seit 1996 ist er Music Director des Ictus Ensemble.

Stahnke, Manfred
Manfred Stahnke wurde 1951 in Kiel geboren und studierte in Lübeck, Freiburg, Hamburg und in den USA Komposition und Musikwissenschaft. Sein Lehrer in Komposition war ab 1974 György Ligeti – vorher studierte er bei Wolfgang Fortner und Klaus Huber. Zu seinen Kompositionen zählen einige Bühnenwerke: 2001 schrieb er u.a. »Orpheus Kristall, Oper in zwei Medien« für die Münchener Biennale; eine Neuinszenierung von »Wahnsinn, das ist die Seele der Handlung« (Kammeroper Gelsenkirchen 1985) wurde 2012 an der Staatsoper Berlin erarbeitet. Stahnke komponiert für führende Ensembles der Neuen Musik, u.a. für das ensemble modern Frankfurt, das ensemble avance Stuttgart, das ensemble 13 Baden-Baden, das nieuw ensemble Amsterdam, das ensemble Est!Est!!Est!!! Saarbrücken und das ensemble Intégrales Hamburg. Mit dem ensemble Intégrales reiste Stahnke als Dozent nach Dänemark, 2005 mit dem ensemble modern nach Korea. In den USA benutzte Stahnke 1979/80 Computer zur Erzeugung präziser Mikrotonmusik. Er studierte bei John Melby das Musikprogramm MUSIC360 und war an der University of Illinois Schüler des Mikrotonalisten Ben Johnston. Von Illinois aus ging Stahnke 1980 nach Kalifornien an die Stanford Universität. Ab 1983 arbeitete Stahnke als Lehrbeauftragter im Musiktheoriebereich an der Hochschule in Hamburg, seit 1989 als Professor für Komposition und Musiktheorie und begann mit dem Aufbau einer Computermusikabteilung.

Weisman, Adam
Weisman studierte in New York, Versailles und München. 1991 erhielt er den dritten Preis beim ARD Musikwettbewerb in München und 1992 den zweiten Preis beim Internationalen  Musikwettbewerb in Genf. Projekte mit Neuer Musik brachten ihn mit dem New Music Consort und der NewBand in New York zusammen, sowie mit dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, Ascolta und dem Scharoun Ensemble. Er hat Werke von Tan Dun, David Lang, Wolfgang Rihm und Peter Eötvös uraufgeführt. Als Solist trat er in Athen, Paris, München, Genf, Berlin, Wien, Danzig, Peruggia und Mar del Plata (Argentinien) auf. Er ist außerdem Schlagzeuger der Rockband The Diatribes.

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