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Freitag, 14. November

18:00 Uhr/KMH
 LOCAL HEROES
Georg Hajdu

European Bridges Ensemble
Kai Niggemann Elektronische Instrumente
Ádám Siska Elektronische Instrumente
Johannes Kretz Elektronische Instrumente
Andrea Szigetvári Elektronische Instrumente
Ivana Ognjanovic Elektronische Instrumente
Stewart Collinson Video
Dirigent, Software Design Georg Hajdu

Johannes Kretz: May I feel
Johannes Kretz: Miners‘ Song
Georg Hajdu: MindTrip
Andrea Szigetvári, Stewart Collinson: ShadowPlace
Ádám Siska: 2’45“
Ivana Ognjanovič: Lonesome Skyscraper

Die Reihe »Local Heroes« widmet sich in diesem Jahr zwei Komponisten, die an der Hamburger Musikhochschule lehren: Georg Hajdu und Manfred Stahnke. Für Georg Hajdu ist die Idee des Komponisten überholt, er sieht sich als Programmierer. Hajdu schafft keine Partituren, er programmiert Software, die als Schnittstelle zwischen improvisierenden Musikern fungiert. »Disposable Music« nennt Hajdu diese multimedialen Produkte der Interaktion zwischen Musikern und Maschine.

Veranstaltungsdetails

 LOCAL HEROES
Eine Plattform für die quicklebendige Hamburger Szene. Dieses Jahr: der humorvolle Manfred Stahnke und der Computermusiker Georg Hajdu.

Der Komponist Georg Hajdu, geboren 1960 in Göttingen, hat in Köln und am Center for New Music and Audio Technologies in Berkeley/USA studiert und an der University of California promoviert – u.a. unter Georg Kröll, Johannes Fritsch, Krzysztof Meyer, Klarenz Barlow, Andrew Imbrie, Jorge Liderman und David Wessel. 1996 gründete er nach weiteren Aufenthalten am IRCAM in Paris und dem ZKM in Karlsruhe zusammen mit der Pianistin Jennifer Hymer, das Ensemble WireWorks, das sich auf die Aufführung live-elektronischer Musik spezialisiert hat. 1999 produzierte er in Münster seine abendfüllende Oper »Der Sprung – Beschreibung einer Oper«, zu der der Schriftsteller und Filmemacher Thomas Brasch das Libretto verfasste. Im Mai 2002 kam seine interaktive vernetzte Performanceumgebung Quintet.net bei einer Opernproduktion der Münchener Biennale zum Einsatz. 2010 war er Visiting Professor an der Northeastern University und Artist in Residence am Goethe-Institut in Boston. Vorträge und Workshops führten ihn an viele Orte in Europa, Nord- und Südamerika sowie nach Asien, als Komponist und Computermusiker ist er bei zahlreichen Konzerten und Festivals beteiligt.

20:00 Uhr/K2
 ICTUS ENSEMBLE
Ictus Ensemble

Ictus Ensemble
Lionel Peintre Bariton
Dirigent Georges-Elie Octors

Georges Aperghis: Le Soldat inconnu
Igor Strawinsky: Die Geschichte vom Soldaten

Das Ictus Ensemble ist in diesem Jahr mit zwei Konzerten bei den »Greatest Hits« vertreten. Zum Auftakt widmen sich die Belgier der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch sich 2014 zum 100. Mal jährt. Zu diesem Anlass komponierte Georges Aperghis für das Ictus Ensemble das Stück »Le Soldat inconnu« (Der unbekannte Soldat). Mit diesem Titel lehnt er sich an Strawinskys Melodram »Die Geschichte des Soldaten« an. Der Wahl-Pariser und Starkomponist der Moderne schrieb es seinerzeit im Schweizer Exil, wo er Schutz vor dem großen Morden suchte.

Veranstaltungsdetails

 ICTUS ENSEMBLE
Das in Brüssel beheimatete und international anerkannte Spezialisten-Ensemble hat seit seiner Gründung 1994 unzählige Hits der Moderne (ur-)aufgeführt und ist langjähriger Partner der Tanzkompanie Rosas.

Das belgische Ictus Ensemble, eines der aufregendsten Ensembles für Neue Musik und gern gesehener Gast bei den Elbphilharmonie Konzerten und auf Kampnagel, wurde 1994 von Jean-Luc Plouvier gegründet. Es sucht stets die Verbindung klassischer und Neuer Musik zu Film, Theater und Tanz, legt seinen Fokus auf thematisch konzipierte Konzerte oder an Persönlichkeiten orientierte Programme (Magnus Lindberg, Emmanuel Nunes, Jonathan Harvey, Franco Donatoni, Steve Reich, Toshio Hosokawa). Als der bevorzugte Partner von Anne Teresa De Keersmaeker ist das Ictus Ensemble in zahlreiche Tanzproduktionen mit ihrer Kompanie Rosas involviert. Das Ictus Ensemble tritt regelmäßig auf den wichtigsten Festivals für zeitgenössische Musik auf – in Brüssel, Wien, Salzburg, Paris, Straßburg und Tokio sowie in Deutschland u.a. in Donaueschingen und bei den Wittener Musiktagen.

Georges-Elie Octors studierte an der Royal Academy of Brussels. Er ist Solist im National Orchestra of Belgium, war Mitglied des Ensemble Musique Nouvelle (Liège) und hat zahlreiche renommierte Symphonieorchester, Kammerorchester und Ensembles dirigiert – mit (Ur-) Aufführungen u.a. von Aperghis, Boesmans, De Mey, Francesconi, Harvey, Hosokawa, Jarrell, Levinas, Pousseur, Romitelli, Saariaho und Wood. Er ist regelmäßiger Gast bei den wichtigsten internationalen Festivals für Zeitgenössische Musik. Seit 1996 ist er Music Director des Ictus Ensemble.

Ictus Ensemble

Ictus Ensemble

Georges-Elie Octors

Georges-Elie Octors

22:00 Uhr/Kampnagel Vorhalle
 ePhil XL
Mouse on Mars

Jan St. Werner Elektronik
Andi Toma Elektronik

»Spezmodia«

Als Mouse on Mars sind Jan St. Werner und Andi Toma seit über 20 Jahren im Geschäft – und noch immer sind die Veteranen der abstrakten elektronischen Musik kein bisschen leise. Ihr Label stellt die beiden als »Klangterroristen« vor, und die Kritik attestiert ihrem neuesten Album »Spezmodia« voll Bewunderung »Aggressivität« und die »Subtilität eines Autos, das durch eine Schaufensterscheibe kracht«.

Veranstaltungsdetails

 ePhil XL
Als Reihe für elektronische Musik längst über die Grenzen Hamburgs bekannt, bei den »Greatest Hits« nun im XL-Format. Mit dabei: Robin Fox, Mouse on Mars und Tim Hecker.

Über einen Zeitraum von 21 Jahren und inzwischen 11 Alben – vom ambient-house-geprägten »Vulvaland« (1994) über die flatterhaften, humorvollen Elektronik-Sounds von »Niun Niggung« (2000) bis zur 2012 erschienenen experimentellen LP »Parastrophics« – haben sich Jan St. Werner und Andi Toma als zwei der umtriebigsten und innovativsten Künstler in der elektronischen Musikszene etabliert. Mouse on Mars haben alle nur möglichen Felder der elektronischen Musik bespielt – ob Kraut, Dub, Lounge oder Jungle – und erfinden sich immer wieder neu. »Radikales Experimentieren, permanentes Forschen nach noch nie gehörten Sounds und Abschiednehmen von musikalischen Leitideen« (FAZ) sind dabei ihre wichtigsten Leitziele.

Mouse on Mars © Szary

Mouse on Mars © Szary

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