.

Sonntag, 22. November

16.00 Uhr/K1
 SCHATTENHAFT 
Kompositionsklasse L’Art pour L’Art:
Schattenhaft – Ein Musiktheater

L’Art pour L’Art
Leitung Matthias Kaul

»Schattenhaft« – Ein Musiktheater von
Jonathan Mummert (*1998), Mahnaz Shahriyari (*1997), Armon Böhm (*2000), Lea J. Mummert (*2000), Agnes Homann (*1997), Anna Weißbach (*1999), Rebekka Homann (*1997), Kikan Eleonore Nelle (*1996)

Es spielt das Ensemble L’Art pour L’Art, auf der Bühne sind zwei Sängerinnen und ein Schauspieler, ein Fahrrad, Schnee, fliegende, fallende, essbare Glühbirnen, Kartoffeln, ein Schwimmtier, Filme, Publikumsgesichter und eine Figur namens Willi zu erleben.

Matthias Kaul ist nicht nur ein verblüffend origineller Komponist, sondern auch ein engagierter Lehrer. Im Rahmen von Greatest Hits stellt er seine junge Kompositionsklasse vor, die jedes Jahr eine gemeinsame Produktion erarbeitet und dafür in der Vergangenheit unter anderem mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik und einem Echo Klassik ausgezeichnet wurde. Dieses Jahr ist in Zusammenarbeit mit der Komponistin Astrid Schmeling und unter dem Titel »Schattenhaft« ein Musiktheaterstück entstanden, das Profimusiker des Ensembles L’Art pour L’Art aufführen. Auf schöne, freche, lustige, zauberhafte und auch absurde Weise sind alle acht Komponisten auf der »Sinnsuche« und fragen sich, ob – und wenn ja, wie – man etwas erkennen oder verstehen kann. Was ist überhaupt »Verstehen«? Eine Glühbirne taucht in jeder Szene auf, hilft Licht? Ist vielleicht sowieso alles mehrdeutig? Warum kann etwas nicht einfach so und ohne Bedeutung da sein? Viele der Szenen werden sich mit diesen Fragen beschäftigen: Die gefundenen Antworten sind recht erstaunlich und unkonventionell – ein Spiel mit Erwartungen und Verblüffungen.

Veranstaltungsdetails

Matthias Kaul
Matthias Kaul war zunächst Rock- und Jazzschlagzeuger, bevor er ein Percussion-Studium an der Hamburger Musikhochschule absolvierte. Er arbeitet eng mit einer Vielzahl an Musikern und Komponisten der zeitgenössischen Musik zusammen wie John Zorn, David Moss, Carla Bley, Malcolm Goldstein, Mauricio Kagel, Hans Werner Henze, Vinko Globokar and Joachim Hespos und brachte bisher über 300 Werke zur Uraufführung. Tourneen führten ihn durch Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Japan, Korea, Taiwan, Indien und Kanada. Matthias Kaul ist Gründungsmitglied des Ensembles L’Art pour L’Art. Darüber hinaus ist er als Komponist tätig und schreibt neben Solo- und Ensemblekompositionen Film- und Theatermusik sowie Hörspiele, Klanginstallationen und Auftragswerke für Festivals wie die Wittener Tage für neue Kammermusik, die Ferienkurse Darmstadt oder Rainy Days Luxemburg.

L’Art pour L‘Art
L’Art pour L‘Art gehört zu den ungewöhnlichsten Formationen für zeitgenössische Musik: 1983 von den Musikern Matthias Kaul (Schlagzeug/Komposition), Astrid Schmeling (Flöte) und Michael Schröder (Gitarre) gegründet, umfasst das Ensemble einen festen Kreis von zwölf Musikern, die je nach erforderlicher Besetzung in unterschiedlichen Konstellationen oder solistisch arbeiten. Das Ensemble nimmt die künstlerischen Erfordernisse der Zeit häufig vorweg und reflektiert immer aufs Neue den Sinn und die gesellschaftliche Relevanz des Kunstbegriffes »l’art pour l’art«. Diese kulturelle Auseinandersetzung führt über weltweite Konzerttätigkeiten, die Zusammenarbeit mit namhaften Komponisten auf internationaler Ebene, unzählige Ur- und Erstaufführungen, hochgelobte CD-Einspielungen und Rundfunkproduktionen im In- und Ausland immer wieder zu kontrastreichen Ansätzen: Kammermusik, inszenierte Konzerte und Musiktheater, Workshops, Outdoor-Projects, Improvisation, selten gespielte klassische Werke, die Kompositionsklasse L’Art pour L‘Art für Kinder und Jugendliche und viele weitere pädagogische Konzepte. L’Art pour L‘Art wurde mit Preisen der PwC-Stiftung, des Musiklandes Niedersachsen, mit dem Junge Ohren Preis, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik 2012 und mit dem Echo Klassik 2012 ausgezeichnet.

L'Art pour l'Art © Achim Duwentäster

L’Art pour L’Art © Achim Duwentäster

Matthias Kaul © Maria Balabas

Matthias Kaul © Maria Balabas

17.30, 19.15 & 21.15 Uhr/Meisterbude im Foyer
 Best of Greatest Hits 
Institut für angewandtes Halbwissen

Mit den Künstlern:
Benjamin van Bebber
Michael Rauter
Leonie Böhm
Leo Hofmann

»Best of Greatest Hits« unternimmt den gewagten Versuch, das ganze Festival in einer halben Stunde zu kondensieren. Dazu hat Benjamin van Bebber das »Institut für angewandtes Halbwissen« ins Leben gerufen, bestehend aus Musikern, Komponisten und anderen Künstlern. Unter interaktiver Einbeziehung des Publikums sucht dieses musiktheatralische Interventionsteam nach individuellen Hör-Höhepunkten und den größten Hits des Wochenendes.

Eintritt frei
Begrenzte Platzzahl (max. 20 Personen)

 

Veranstaltungsdetails

Benjamin van Bebber
Benjamin van Bebber (*1984) arbeitet als Regisseur, Dramaturg, Performer an den Grenzen von Musiktheater, Choreografie und Performance vor allem in Hamburg, Berlin und der Schweiz. Er studierete Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft und Philosophie in Frankfurt am Main, anschließend Musiktheater-Regie in Hamburg. Seit 2010 ist er Teil des Künstler-Netzwerks cobratheater.cobra und arbeitet als freischaffender Regisseur u.a. zusammen mit Leo Hofmann, Franziska Henschel, Martin Grünheit und dem Solistenensemble Kaleidoskop.

18.00 Uhr/P1
 LOCAL HEROES 
Decoder Ensemble

Decoder Ensemble
Frauke Aulbert Stimme
Carola Schaal Klarinette, Bassklarinette
Sonja Lena Schmid Violoncello
Leopold Hurt E-Zither
Andrej Koroliov Klavier, Keyboard
Jonathan Shapiro Schlagzeug
Alexander Schubert Live-Elektronik

»Lost and Found«
Brigitta Muntendorf: Digital Touch
Leopold Hurt: Aggregat
Andrej Koroliov: illegal sunshine fry my eyes (full album)
Neele Hülcker: ASMR *contemporary music ensemble*[tapping][scratching][brushing][whispering]
Alexander Schubert: Sensate Focus

Das Decoder Ensemble ist aus der Szene der Hamburger »Local Heroes« nicht mehr wegzudenken. Es bezeichnet sich selbst als »Band für aktuelle Musik«, und tatsächlich erinnert das Line-up mit einer Sängerin als Frontfrau und einem Sounddesigner am Mischpult mehr an Rock/Pop als an Klassik. Bevorzugter Auftrittsort der experimentierfreudigen Musiker, die alle auch als Komponisten in Erscheinung treten, sind denn auch die Clubs der Szene und nicht die Musentempel der Hochkultur.

Künstler-Publikumsbegegnung mit dem Decoder Ensemble
19.15 Uhr/KMH

Veranstaltungsdetails

Decoder Ensemble
Das Decoder Ensemble präsentiert ein weites Spektrum internationaler Klangkunst, von experimenteller Instrumentalmusik über Elektronik bis hin zu musikalischer Konzeptkunst. Die jungen, in Hamburg lebenden Musiker haben sich bereits als Solisten, Performer oder Komponisten einen Namen gemacht, und stellen seit 2011 ihr hohes künstlerisches Niveau im Team unter Beweis. Hierfür wird die Besetzung ständig erweitert und auch für ausgefallene Kombinationen offen gehalten. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit mit Komponisten der jüngsten Generation, denen eine professionelle Aufführungsplattform geboten wird.

Decoder Ensemble © Olha Tarasyeyeva

Decoder Ensemble © Olha Tarasyeyeva

20.00 Uhr/K6
 CLAUDE VIVIER – ENLIGHTENED CHILD 
Natalia Horecna • Bundesjugendballett • Ensemble Resonanz

Bundesjugendballett
Ensemble Resonanz
Jenny Daviet Sopran
Allison Cook Mezzosopran
Rie Watanabe Schlagwerk
Dirigent Jean-Michaël Lavoie

Natalia Horecna Choreografie
Christiane Devos Bühne und Kostüm
Mario Ölsankar Licht

»Claude Vivier – Enlightened Child«: Ein Tanztheater von Natalia Horecna
mit Werken von Claude Vivier: Wo bist Du Licht! / Bouchara / Zipangu

Ein »Enlightened Child«, ein »erleuchtetes Kind« sieht die Choreografin Natalia Horecna – lange Solistin am Hamburg Ballett – in dem kanadischen Komponisten Claude Vivier. Darin schwingt sowohl Viviers Herkunft als Findelkind mit als auch seine lebenslange Suche nach spiritueller Erhöhung, die sich in Werken wie der gleißenden Hölderlin-Vertonung »Wo bist Du Licht!« oder dem von einer Japan-Reise inspirierten »Zipangu« spiegelt. Aus Viviers Musik hat Horecna eine Art klingenden Lebensbogen gefügt, den das Bundesjugendballett mit dynamischer Bewegung erfüllt.

Einführungsgespräch
19.00 Uhr/K6

Veranstaltungsdetails

Natalia Horecna
Natalia Horecna studierte am Dance Conservatory Bratislava. Bereits während ihrer Ausbildung trat sie mit dem Slowakischen Nationaltheater auf. 1994 kam sie zum Hamburg Ballett und war dort als Solistin tätig. Nach einem Engagement am Scapino Ballet Rotterdam ist sie seit 2006 Mitglied des Nederlands Dans Theater. Seit 2007 arbeitet sie darüber hinaus als Ballettpädagogin und Choreografin. Für ihre Kreation »Contra Clockwise Witness« am Wiener Staatsballett wurde sie 2014 mit dem Taglioni European Ballet Award als »beste Nachwuchschoreografin« ausgezeichnet.

Ensemble Resonanz
Mit seiner einzigartigen Programmatik, Spielfreude und künstlerischen Qualität zählt das Ensemble Resonanz zu den führenden Kammerorchestern weltweit. In innovativen Programmen spannen die Musiker den Bogen von der Tradition zur Gegenwart. Die alte wie die zeitgenössische Musik gleichermaßen lebendig zu präsentieren ist dabei Leitgedanke und Motor. Enge künstlerische Partner des Ensembles sind Tabea Zimmermann und Jean-Guihen Queyras, die das Ensemble als Artist in Residence begleiteten, sowie Emilio Pomàrico, der ihnen in dieser Funktion zur Saison 2016/2017 folgen wird. Neben weiteren namhaften Solisten und Dirigenten arbeiten auch zahlreiche Komponisten wie Enno Poppe, Beat Furrer, Rebecca Saunders, Georg Friedrich Haas, Isabelle Mundry oder Georges Aperghis eng mit dem Ensemble zusammen. In Hamburg hat das Musikerkollektiv als Ensemble in Residence der Laeiszhalle mit großem Erfolg die Konzertreihe »Resonanzen« etabliert, die als Katalysator des Musiklebens nun in der 14. Saison Furore macht. Ab Januar 2017 wird die Residenz in der Elbphilharmonie fortgeführt, während die Heimat des Ensemble Resonanz mitten in St. Pauli, im frisch eröffneten resonanzraum im Bunker, bleibt. Innovative Musikvermittlungsprojekte und alternative Konzertformen wie die »Ankerangebote« und die Konzertreihe »urban string« sorgen für direkten Dialog mit dem Publikum und weisen den Weg in die Zukunft.

Das Bundesjugendballett
Das Bundesjugendballett ist am Ballettzentrum Hamburg beheimatet und  fördert ein Ensemble aus acht jungen, internationalen Tanztalenten. Unter der Leitung des weltweit erfolgreichen Choreografen John Neumeier bringt es den Tanz an ungewöhnliche Orte, die fernab von jeder herkömmlichen Ballettgeografie liegen. Inspiration erhält die junge Compagnie auch in der Zusammenarbeit mit Partnern aus den Bereichen Musik und Gesang. Das Bundesjugendballett ehrt die Vergangenheit mit der Einstudierung von Werken der Ballettgeschichte, erlebt die Gegenwart in der Arbeit mit zeitgenössischen Choreografen unterschiedlichen Alters und Stils und investiert in die Zukunft des Tanzes durch eigene Kreationen und die Förderung junger Choreografen.

Ensemble Resonanz © Tobias Schult

Ensemble Resonanz © Tobias Schult

Bundesjugendballett © Fotoregie: Marc Engenhart, Foto: Steffen Müller

Bundesjugendballett © Fotoregie: Marc Engenhart, Foto: Steffen Müller

21.30 Uhr/K2
 ePhil extended 
Ben Frost

»Aurora«

Der in Island ansässige Australier Ben Frost schließlich, früherer persönlicher Meisterschüler und heutiger künstlerischer Partner von Brian Eno, verbindet klassische Musik, Elektrosounds und Konzeptkunst. Das Ergebnis klingt, so die Zeitschrift The Rolling Stone, »wie eine Tanzparty auf dem post-apokalyptischen Friedhof von Terminator 2«.

Veranstaltungsdetails

Ben Frost
Geboren 1980 in Melbourne, Australien, lebt Ben Frost seit 2005 im isländischen Reykyavík. Zusammen mit Valgeir Sigurðsson und Nico Muhly gründete er dort das Label Bedroom Community. Auf seinen bisher vier Alben, darunter Steel Wound (2003), Theory of Machines (2007), BY THE THROAT (2009) und A U R O R A (2014), verbinden sich intensiv strukturierte Sound Art mit aggressiver post-klassischer elektronischer Musik, eindringliche Melodien mit einem Minimalismus konzentriertester Form. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Brian Eno, der ihn 2010 für die Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative engagierte. Hieraus entstand »Sólaris«, eine neue Musik zum Filmklassiker von Andrei Tarkowski, geschrieben für die polnische Sinfonietta Cracovia. Ben Frost ist fasziniert davon, verschiedenste Disziplinen wie Musik, Technologie, Performance und Text miteinander zu verschmelzen. Deshalb arbeitet er regelmäßig mit den unterschiedlichsten Künstlern und Musikern zusammen wie z.B. Tim Hecker, dem Choreografen Akram Khan, oder dem deutschen Regisseur Falk Richter. Filmmusik schrieb er für »Sleeping Beauty« von Julia Leigh und »Djúpið« des isländischen Regisseurs Baltasar Kormákur. Für »The Enclave«, eine Multi-Channel Video- und Soundinstallation, die 2013 auf der Biennale Premiere feierte, reiste er zusammen mit Richard Mosse tief ins kongolesische Kriegsgebiet. 2013 veröffentlichte Frost auch seine erste, auf Ian Banks Roman »The Wasp factory« (1984) beruhende Oper, bei der er gleichzeitig auch sein Regie-Debüt gab.

Ben Frost © Börkur Sigthorsson

Ben Frost © Börkur Sigthorsson

BenFrost

Ben Frost »Aurora« (Video)

 

.