Anderson, Julian (* 1967)
Der britische Komponist Julian Anderson hat an der Westminster School studiert und lernte später bei Olivier Messiaen, Per Nørgård und György Ligeti. Seine Werke sind beeinflusst von Modernismus, Spektralmusik und elektronischer Musik. Einer seiner Schwerpunkte liegt auf seinen Chorwerken, die bisher u.a. im Concertgebouw Amsterdam und vom Chor der Westminster Abbey uraufgeführt wurden. 2016 führten die Berliner Philharmoniker und Simon Rattle sein Werk »Incantesimi« zum ersten Mal auf. Julian Anderson hatte Professuren für Komposition am Royal College of Music und an der Harvard University inne, aktuell lehrt er an der Guildhall School of Music and Drama in London.

Autechre
Autechre sind Rob Brown und Sean Booth aus Manchester. Beeinflusst von illegalen Raveparties ihrer Jugend, Hip Hop aber auch konzeptioneller Musik im Stil von Karlheinz Stockhausen entwickeln Autechre seit Anfang der 90er Jahre abstrakte Computermusik, die dem Informationsoverkill unserer Zeit eine sonische Form gibt. Sie gelten damit nicht nur als Pioniere »kluger« Clubmusik jenseits von geraden Bassdrum-Rhythmen, sondern prägen neben Künstlern wie Aphex Twin bis heute den Sound des legendären Warp Labels. Nach dem vorerst letzten Auftritt 2010 im Hamburger Club Uebel & Gefährlich kommen Autechre im Rahmen des Greatest Hits Festival für einen ihrer raren Auftritte zurück nach Hamburg. Support kommt von Noise Veteran Russel Haswell und Skam-Labelchef Andy Maddocks.
autechre.bleepstores.com

Bang on a Can
Bang on a Can startete 1987 in New York als 12-stündiger Konzert-Marathon mit experimenteller Musik von größtenteils unbekannten Musikern. Heute ist das Festival mit seinen zahlreichen Ablegern eine der wichtigsten Instanzen für Neue Musik. Neben dem jährlichen Festival gibt es die Bang on a Can All-Stars, die auf der ganzen Welt in Konzertsälen und auf Festivals spielen und etliche CD-Aufnahmen mit Neuer Musik eingespielt haben. Um den Nachwuchs kümmert sich Bang on a Can ebenfalls: Jährlich haben junge Komponisten im Massachusetts Museum of Contemporary Art die Chance, von den Pionieren der Neuen Musik zu lernen. Das große Ziel der Gründer Michael Gordon, Julia Wolfe und David Lang: neuen musikalischen Ideen einen Raum geben, in dem sie sich frei von Grenzen genreübergreifend entwickeln können.

Boyds Elektro Gitarren Orchester
Boyds Elektro Gitarren Orchester (BEGO) wurde im Oktober 2009 als Seitenprojekt des Komponistenkollektivs Nelly Boyd gegründet. Das Orchester greift auf einen mittlerweile großen Pool von Musikern zurück, um neue eigene Kompositionen sowie klassische Werke in wechselnden Besetzungen von bislang bis zu zwölf E-Gitarren, E-Bass und Schlagzeug aufzuführen. Die Musiker stammen aus verschiedenen musikalischen Szenen und finden überwiegend nur bei BEGO-Auftritten zusammen. BEGO spielt minimalistische, soundorientierte Musik. Die Gitarren bauen dabei einen dichten Klangteppich voller Obertöne auf. Entscheidend ist dabei bei vielen Stücken auch die spezielle chorige Stimmung der Gitarren (mehrere Saiten werden auf einen Ton gestimmt).
www.nellyboyd.org

Braxton, Tyondai (* 1978)
Der amerikanische Komponist und Elektro-Musiker Tyondai Braxton schreibt und macht Musik bereits seit Mitte der 90er Jahre. Aus klassischen und elektronischen Elementen formt er Solo-Werke und Stücke für große Orchester. Braxton schrieb Auftragswerke für die Bang on a Can All-Stars, das Kronos Quartet, Brooklyn Rider und Alarm Will Sound. Sein hochgelobtes Werk »Central Market« wurde von renommierten Orchestern wie dem Los Angeles Philharmonic, der London Sinfonietta und dem BBC Symphony Orchestra aufgeführt. Für das Festival »All Tomorrow’s Parties« arbeitete Braxton mit Philip Glass zusammen und stellte einen Remix von Glass‘ Werken für das REWORK-Album bereit. Neben seinem kompositorischen Schaffen ist Tyondai Braxton Frontmann der experimentellen Rockband Battles.
www.tyondaibraxton.com

Cage, John (19912-1992)
John Cage gilt als einer der innovativsten und einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine zahlreichen Kompositionen gelten als Schlüsselwerke der Neuen Musik. Eines seiner populärsten Werke verdeutlicht das gut: »4’33’’« ist komponierte Stille. Bis auf das Öffnen und Schließen des Klavierdeckels hört das Publikum höchstens seine eigenen Laute der Ungeduld. Heute schon fast altbekannt, war es 1952 ein absolutes Novum. Seine Leidenschaft galt nicht nur der Musik: Anfangs wollte John Cage Dichter werden und beschäftigte sich in jungen Jahren mit Architektur, Malerei und Bildhauerei. Während seiner gesamten Schaffenszeit arbeitete er immer wieder mit Größen dieser Künste zusammen. Seine theoretischen Arbeiten zeigten völlig neue Wege für das Verständnis von Musik auf.

Calder Quartet
1998 an der University of Southern California gegründet und benannt nach dem amerikanischen Bildhauer Alexander Calder hat sich das Calder Quartet vor allen Dingen der Neuen Musik verschrieben. Ihrem Anspruch, die Vision des Komponisten umzusetzen und zu vermitteln, werden die vier Musiker in der Zusammenarbeit mit vielen zeitgenössischen Komponisten gerecht. Dazu gehören junge aufstrebende Komponisten und Größen wie Terry Riley, David Lang, Thomas Adès und Péter Eötvös. Neben klassischer Musik begeistert sich das Quartett auch für Rockmusik und hat bereits einige Soundtracks für Film und Fernsehen eingespielt.

Clyne, Anna (* 1980)
Die gebürtige Londonerin Anna Clyne studierte Musik an der Universität von Edinburgh und der Manhattan School of Music bei Marjan Mozetich, Marina Adamia, Julia Wolfe und Nils Vigeland. Ihre Kompositionen entstehen oft in Zusammenarbeit mit prominenten Choreografen, bildenden Künstlern, Filmemachern und Musikern der internationalen Szene und sind in den unterschiedlichsten Kontexten, vom New Yorker In-Club »(Le) Poisson Rouge« bis zur Carnegie Hall zu hören. Spitzendirigenten wie Marin Alsop, Pablo Heras-Casado und Esa-Pekka Salonen haben Clynes Musik auf ihre Programme gesetzt. Vor kurzem endete ihre fünfjährige Zeit als »Mead Composer-in-Residence« beim Chicago Symphony Orchestra – eine Stellung, die sie auf Einladung von Chefdirigent Riccardo Muti innehatte. Gegenwärtig ist sie Residenz-Komponistin beim Baltimore Symphony Orchestra sowie beim Orchestre national d’Île de France.
www.annaclyne.com

Dessner, Bryce (* 1976)
Seinen Durchbruch hatte Bryce Dessner 2009 mit »Aheym«, einem Auftragswerk für das Kronos Quartet. Seit dem ist er einer der gefragtesten Komponisten der heutigen Zeit. Seine Orchester-, Kammer- und Vokalwerke werden von führenden Konzerthäusern und Ensembles beauftragt: Los Angeles Philharmonic, Ensemble intercontemporain, Kronos Quartet, Barbican Centre, Metropolitan Museum of Art und vielen mehr. Als Leiter zahlreicher Festivals in den USA und Großbritannien bringt Bryce Dessner immer wieder Größen der Neuen Musik Szene zusammen, darunter Steve Reich, Philip Glass und Hiroshi Sugimoto. Zusammen mit Ryuichi Sakamoto schrieb er die Musik zum Film »The Revenant«, der einen Golden Globe für die beste Filmmusik erhielt. 2016 erschien in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Aaron bereits sein zweites Charity-Album.
www.brycedessner.com

Ensemble intercontemporain
Das Ensemble intercontemporain wurde 1976 von dem Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez gegründet und ist seitdem eines der weltweit wichtigsten Ensembles für zeitgenössische Musik.  Seit Januar 2015 ist es in der im gleichen Jahr neu eröffneten Philharmonie de Paris beheimatet. Unter der Leitung von Matthias Pintscher arbeiten die derzeit 31 Musiker eng mit verschiedenen Komponisten zusammen. Dabei verbinden sie Musik, Tanz, Theater, Film, Video und visuelle Künste miteinander. Der Fokus des Ensembles liegt klar auf der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Durch seine Kollaboration mit IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique) ist das Ensemble intercontemporain auch in der synthetischen Klangerzeugung aktiv.
www.ensembleinter.com

Ensemble Musikfabrik
Das Ensemble Musikfabrik nimmt seinen Namen sehr wörtlich: Neue, unbekannte, in ihrer medialen Form ungewöhnliche und oft erst eigens in Auftrag gegebene Werke sind sein vorrangiges Produktionsfeld. Dabei fühlt es sich besonders der künstlerischen Innovation verpflichtet. Seit seiner Gründung 1990 zählt das in Köln beheimatete Ensemble Musikfabrik zu den führenden Klangkörpern der zeitgenössischen Musik. Die Auseinandersetzung mit modernen Kommunikationsformen und experimentellen Ausdrucksmöglichkeiten im Musik- und Performance-Bereich ist ihnen ein zentrales Anliegen. Interdisziplinäre Projekte mit Live-Elektronik, Tanz, Theater, Film, Literatur und bildender Kunst gehören ebenso zum Programm wie Gesprächskonzerte und das Experimentieren mit Konzertformaten, die das Publikum stärker integrieren. Die Gästeliste des Ensembles ist so lang wie prominent besetzt: Sie reicht von Mark Andre und Stefan Asbury über Sir Harrison Birtwistle, Unsuk Chin, Péter Eötvös, Brian Ferneyhough, Mauricio Kagel und Helmut Lachenmann bis zu Mouse on Mars, Carlus Padrissa (La Fura dels Baus), Emilio Pomàrico, Enno Poppe, Wolfgang Rihm und Sasha Waltz.
www.musikfabrik.eu

Ensemble Resonanz
Mit seiner einzigartigen Programmatik, Spielfreude und künstlerischen Qualität zählt das Ensemble Resonanz zu den führenden Kammerorchestern weltweit. In innovativen Programmen spannen die Musiker den Bogen von der Tradition zur Gegenwart. Die alte wie die zeitgenössische Musik gleichermaßen lebendig zu präsentieren, ist dabei Leitgedanke und Motor. Enge künstlerische Partner des Ensembles sind Tabea Zimmermann und Jean-Guihen Queyras, die das Ensemble als Artist in Residence begleiteten, sowie Emilio Pomàrico, der ihnen in dieser Funktion zur Saison 2016/2017 folgen wird. Neben weiteren namhaften Solisten und Dirigenten arbeiten auch zahlreiche Komponisten wie Enno Poppe, Beat Furrer, Rebecca Saunders, Georg Friedrich Haas, Isabelle Mundry oder Georges Aperghis eng mit dem Ensemble zusammen. In Hamburg hat das Musikerkollektiv als Ensemble in Residence der Laeiszhalle mit großem Erfolg die Konzertreihe »Resonanzen« etabliert, die als Katalysator des Musiklebens nun in der 14. Saison Furore macht. Ab Januar 2017 wird die Residenz in der Elbphilharmonie fortgeführt, während die Heimat des Ensemble Resonanz mitten in St. Pauli, im frisch eröffneten resonanzraum im Bunker, bleibt. Innovative Musikvermittlungsprojekte und alternative Konzertformen wie die »Ankerangebote« und die Konzertreihe »urban string« sorgen für direkten Dialog mit dem Publikum und weisen den Weg in die Zukunft.

Feldman, Morton (1926-1987)
Der New Yorker Morton Feldman zählt zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Ersten Kompositionsversuchen im Stile der russischen Spätromantik folgte Kompositionsunterricht bei Wallingford Riegger, einem der ersten Schönberg-Anhänger in den USA, und Stefan Wolpe. Mit John Cage verband ihn ab 1950 eine lebenslange Freundschaft und er wurde Teil eines illustren Zirkels von Musikern, bildenden Künstlern, Theaterleuten, Tänzern und Schriftstellern rund um Cage. Vor allem die Maler der New York School des Abstrakten Expressionismus haben das Schaffen des jungen Komponisten nachhaltig geprägt. Feldman entwickelte ein Ideal von Musik, die gehört werden will, wie man ein Gemälde betrachtet. Angeregt von seinen Malerfreunden experimentierte er in den 50er Jahren auch als einer der Ersten mit grafischen Notationsweisen um seine Musik aus der einengenden Kontrolle durch Kompositionssysteme, harmonische oder metrische Hierarchien zu befreien. Ohne dieses Ziel aufzugeben, kehrte er später zur herkömmlichen Notation zurück und fand statt dessen die Methode der Übereinanderschichtung kleinteiliger rhythmischer Muster, der so genannten Patterns.

Gordon, Michael (* 1956)
Der Bang on a Can Mitbegründer Michael Gordon vermischt Elemente aus Punk Rock, Jazz und klassischer Musik miteinander. Ganz in der Tradition von Minimal Altmeister Steve Reich schichtet er verschiedene Elemente und Rhythmen übereinander und schafft durch diese Überlagerungen etwas ganz Eigenes. In den letzten 25 Jahren hat Michael Gordon ein auffallend facettenreiches Werk geschaffen, das von großangelegten Stücken für Orchester, über Werke für Tanz und Ballett bis hin zu Musik speziell fürs Tonstudio reicht. Das Kronos Quartett hat viele seiner Werke eingespielt. 1983 gründete er das Michael Gordon Philharmonic (2000 in Michael Gordon Band umbenannt), das Auftritte in ganz Europa und den USA hat.
www.michaelgordonmusic.com

Lang, David (* 1957)
Der amerikanische Komponist David Lang ist neben Julia Wolfe und Michael Gordon Mitbegründer des Bang on a Can Festivals in New York, einer der wichtigsten Institutionen für Neue Musik weltweit. Langs Musik wird oft für Ballett und Tanztheater verwendet, u.a. von Twyla Tharp, Susan Marshall und Edouard Lock. Für sein Werk »the little match girl passion« erhielt er 2008 einen Pulitzer Preis. Seine Werke sind inspiriert von Rockmusik und Modernismus. Aktuell ist Lang Professor für Komposition an der Yale School of Music.
www.davidlangmusic.com

Lucier, Alvin (* 1931)
Eine Gratwanderung zwischen Performance, Musik und Wissenschaft: Der amerikanische Komponist Alvin Lucier misst auch schonmal seine Gehirnwellen, um damit ein Schlagzeug zu spielen. In seinem bekanntesten Stück »I Am Sitting in a Room« spielt Lucier eine Aufnahme seiner eigenen Stimme wieder und wieder in einem Raum ab, bis nur noch die dem Raum eigene Resonanz zu hören ist. In den 60er Jahren traf er Karlheinz Stockhausen und John Cage und wurde von beiden stark beeinflusst, Cage animierte ihn erstmals eigene Stücke zu schreiben. 1966 gründete er mit anderen Komponisten die Sonic Arts Union, ein Komponistenkollektiv, das zehn Jahre lang mit Live-Elektronik auftrat. Er lehrte 40 Jahre lang an der Wesleyan University in Conneticut. Inzwischen ist Lucier emeritiert.
alucier.web.wesleyan.edu

Meredith, Anna (* 1978)
Anna Meredith hat in New York und am Royal College of Music in London Komposition studiert. Richtig berühmt wurde sie 2008 mit ihrem Auftragswerk »froms« für die Last Night of the Proms der BBC. Neben einem weiteren Auftragswerk für die Proms hat sie bisher ihre erste Oper und ein Werk für Orchester und Beatboxer geschrieben. Im März 2016 erschien Merediths Debüt-Album: Varmints. Darin behandelt sie die »kleinen Dinge im Leben«, denn nach eigener Angabe seien Themen wie Liebe und Krieg viel zu groß, um sie fassen zu können. Ihr Stil mit Elementen aus Klassik, Elektronik und ganz viel Experimentellem schafft neue, ungehörte Musik.
www.annameredith.com

NDR Chor
1946 gegründet, ist der NDR Chor heute einer der führenden professionellen Kammerchöre Deutschlands. Seit August 2008 hat Philipp Ahmann die künstlerische Verantwortung für das Ensemble. Neben Konzertauftritten und Rundfunkaufnahmen vor allem mit Ensembles des NDR und als Partner aller anderen ARD-Chöre und -Sinfonieorchester liegt der Schwerpunkt der Arbeit des NDR Chors heute besonders auf der Auseinandersetzung mit anspruchsvoller A-cappella-Literatur aller Epochen.

Nelly Boyd
Nelly Boyd ist ein Hamburger Ensemble und Komponistenkollektiv und wurde 2004 gegründet. Die Mitglieder stammen aus verschiedenen Disziplinen wie bildender Kunst, klassischer Komposition, elektroakustischer Musik, Rock und freier Improvisation. Als Kollektiv realisiert der Kreis wechselseitig die musikalischen Ideen seiner Mitglieder. Als aufführendes Ensemble erforscht er seine musikalischen Einflüsse durch Komponisten der europäischen und amerikanischen klassischen Avantgarde und lädt dazu häufig Gastmusiker ein. Die Programme haben stets konzeptionellen Charakter und arbeiten stark mit der jeweiligen Aufführungssituation. Das Ensemble arbeitete bisher mit den Komponisten Alvin Lucier, Phill Niblock, Christian Wolff und mit Charles Curtis für eine Aufführung von La Monte Youngs »Composition 1960 # 7« zusammen. Das Nelly Boyd Ensemble spielt regelmäßig auf den Festivals Blurred Edges und klub katarakt in Hamburg und hat Auftritte weltweit.
www.nellyboyd.org

Oliveros, Pauline (* 1931)
Die amerikanische Komponistin und Akkordeonistin Pauline Oliveros hat Komposition in San Francisco studiert und traf in den 60er Jahren auf Terry Riley und Steve Reich, mit denen sie lange zusammen arbeitete. Sie prägte den Begriff »Deep Listening«, der erst Name ihrer Band und dann schließlich einer von ihr ins Leben gerufenen Stiftung wurde. Deep Listening beschreibt die Verbindung von Meditation und Musik: Musiker und Publikum sollen auf bewusstere Weise die Musik erleben. Oliveros Werke werden meist in resonanzreichen Umgebungen wie Kathedralen und unterirdischen Höhlen oder Zisternen gespielt. 2014 gründete Pauline Oliveros sogar ein Institut, das sich der Deep Listening Forschung widmet.
www.paulineoliveros.us

Pescia, Cédric (* 1976)
Der in Lausanne geborene Pianist Cédric Pescia hat neben seiner Solo-Karriere die Liebe zur Kammermusik entdeckt. So ist er Gründungsmitglied und künstlerischer Leiter der Lausanner Kammermusikreihe »Ensemble enScène«. Außerdem verbindet ihn eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit mit der Geigerin Nurit Stark. Als Solist arbeitete Pescia u.a. mit dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, den Festival Strings Luzern, dem Göttinger Symphonie Orchester und der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern zusammen.
www.cedric-pescia.com

Pintscher, Matthias (* 1971)
Matthias Pintscher betrachtet das Komponieren und das Dirigieren als komplementäre Sphären seiner Kunst. Studiert hat er bei Giselher Klebe und Manfred Trojahn, aber auch Musikerpersönlichkeiten wie Péter Eötvös, Helmut Lachenmann, Pierre Boulez und Hans Werner Henze haben Matthias Pintscher geprägt und gefördert. Für seine Werke, von der Kammermusik bis zur Oper, wurde er vielfach ausgezeichnet. Als Dirigent arbeitet Matthias Pintscher regelmäßig mit bedeutenden Orchestern und Ensembles in Europa und den USA zusammen. Sein Repertoire umfasst vor allem Werke des 19. und 20. Jahrhunderts, mit Schwerpunkten auf französischer Musik, dem Schaffen Anton Bruckners und der Zweiten Wiener Schule. Seit 2013 ist Matthias Pintscher musikalischer Leiter des Pariser Ensemble intercontemporain.

Reich, Steve (* 1936)
Der New Yorker Komponist Steve Reich ist einer der Pioniere der Minimal Music und gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine innovativen Arbeiten mit Bandschleifen (Tape Music) und die daraus resultierende Kompositionstechnik der Phasenverschiebung (Phasing) standen am Anfang seines Schaffens und können als frühe Form des Sampling betrachtet werden. Was heute als Minimal Music bezeichnet wird, geht auf das Streben von Komponisten wie Steve Reich in den 60er Jahren zurück: Sie suchten im Ritus, im Tanz und im Archaischen nach den Wurzeln der Musik, um die Menschen mit ihrer Musik unmittelbar berühren zu können, emotional und nicht nur intellektuell.
www.stevereich.com

Reynolds, Todd
Der amerikanische Violinist, Komponist, Dirigent und Bang on a Can Mitglied Todd Reynolds bewegt sich mit seiner Musik zwischen Avantgarde, Klassik und elektronischer Musik. Nach seinem Studium bei Jascha Heifetz und seiner Zeit als Stimmführer beim Rochester Philharmonic Orchestra gründete Reynolds das renommierte Ethel Streichquartett. Außerdem stieg er in Steve Reichs Ensemble »Steve Reich and Musicians« ein, wo er bis heute spielt. Er ist bekannt für sein Spiel mit verstärkter Violine und die Verbindung von Musik mit Elektronik und Interaktion.
www.toddreynolds.com

Sharp, Elliott (* 1951)
Elliott Sharp ist ein Pionier im Gebrauch von PCs in Live-Performances. So nutzt er zum Beispiel schon seit den 70er Jahren Algorithmen für seine experimentellen Kompositionen. An der University of Buffalo studierte er Physik, Komposition, Musikethnologie und Improvisation, unter anderem bei Morton Feldman. In jungen Jahren spielte Sharp Klavier und Klarinette, stieg dann aber später auf die Gitarre als sein Hauptinstrument um. Inzwischen ist er als Multiinstrumentalist bekannt. Nach dem Studium etablierte sich Elliott Sharp schnell in der pulsierenden New Yorker Avantgarde-Szene und hat bisher mit vielen großen Orchestern und Künstlern wie Laurie Anderson, Hillary Hahn und Ryuichi Sakamoto zusammen gearbeitet.
www.elliottsharp.com

Shaw, Caroline (* 1982)
Als jüngste Preisträgerin aller Zeiten hat Caroline Shaw 2013 mit 30 Jahren den Pulitzer-Preis für Musik gewonnen. Ausgezeichnet wurde ihr A-Capella-Werk »Partita for 8 Voices«. Obwohl sie bereits mit zehn Jahren erste Stücke schrieb, versteht sich Shaw mehr als Musikern denn als Komponistin. Sie singt und spielt Violine in zahlreichen Chören, Ensembles und Orchestern, darunter das American Contemporary Music Ensemble (ACME), Roomful of Teeth, Alarm Will Sound, Hotel Elefant und das Wordless Music Orchestra. Caroline Shaw studierte Geige und erhielt ihren Master an der Yale University.
www.carolineshaw.com

Tenney, James (1934 – 2006)
James Tenney gilt als einflussreichster Komponist im Bereich der elektronischen und synthetischen Klangerzeugung. Nach seinem Studium hatte Tenney Kompositionsunterricht bei John Cage und Edgar Varèse. Er arbeitete mit den anderen einflussreichen Komponisten der 60er Jahre zusammen: darunter Steve Reich, Morton Feldman, John Cage und Philip Glass. Seine Arbeiten verbinden Stochastik, Elektronik und Informationstheorie. In seiner viel beachteten theoretischen Schrift »Meta/Hodos« beschreibt er eine neue Methode der musikalischen Analyse.

Wiener Taschenoper
Oper hat Tradition – gerade in Wien. Tradition heißt auch, das Verständnis für diese Kunstform an zukünftige Generationen weiterzugeben. Die Wiener Taschenoper hat es sich zum Ziel gemacht, gerade Kindern die Möglichkeit zu geben, Oper zu erleben. Ausgestattet mit einem entsprechenden kulturpolitischen Auftrag produziert die Wiener Taschenoper in den Jahren 2014 bis 2017 ausschließlich Opern für Kinder. Dafür vergibt sie Aufträge an Komponisten – für neue Werke ebenso wie für musikalische Bearbeitungen und den Remix bestehender Opernliteratur. In der szenischen Umsetzung ihrer Produktionen bezieht die Wiener Taschenoper alle heute zur Verfügung stehenden Medien mit ein: Elektronik, Video, Zeitgenössischen Tanz und Pyrotechnik.
www.taschenoper.at

Wolfe, Julia (* 1958)
1987 gründete Julia Wolfe mit David Lang und ihrem Ehemann Michael Gordon das Bang on a Can Festival. Ihre Musik ist beeinflusst von Rockmusik und enthält oft wiederkehrende Muster, die ganz der Minimal Music der 60er Jahre entsprechen. Außerdem verarbeitet sie in ihren Werken historische Stoffe: So in »Cruel Sisters«, einer traditionellen englischen Ballade, oder »Steel Hammer«, das sich auf die Arbeiter-Legende um John Henry bezieht. Renommierte Ensembles und Orchester wie das Ethel, Kronos und Cassatt Quartett oder das Münchener Kammerorchester haben Werke bei Julia Wolfe beauftragt. Seit 2009 ist sie Professorin für Komposition an der New York University. Für ihr Werk »Anthracite Fields« erhielt sie 2015 den Pulitzer-Preis für Musik.
www.juliawolfemusic.com

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