Ahmann, Philipp (*1974)
Philipp Ahmann ist seit 2008 Chordirektor des NDR Chores in Hamburg. Unter seiner Leitung wurde eine eigene Abonnementreihe des Chores gegründet, die seither bei Publikum und Kritik begeisterten Anklang findet.Neben der Erarbeitung der A-cappella-Literatur aller Epochen hat Philipp Ahmann sich auch einen Namen mit Interpretationen oratorischer Werke vom Barock bis zur Moderne gemacht. Dabei arbeitete er zusammen mit Orchestern der Alten Musik wie B’Rock, Concerto con Anima, Concerto Köln, Le Concert Lorrain und dem Elbipolis Barockorchester Hamburg und Spezialensembles der Neuen Musik wie dem Raschèr Saxophone Quartet und dem Ensemble Resonanz sowie dem Gürzenich-Orchester Köln, dem MDR Sinfonieorchester und der NDR Radiophilharmonie.

Asbury, Stefan (*1966)
Der englische Dirigent Stefan Asbury studierte in Oxford sowie am Royal College of Music in London. Mit dem Leonard Bernstein Stipendium konnte er seine Ausbildung am Tanglewood Music Center in den USA fortsetzen. Dort wurde er 1995 als Dozent verpflichtet und von 1999 bis 2005 mit der Leitung des Bereichs »Neue Musik« betraut, parallel leitete er für fünf Jahre das portugiesische Remix Ensemble für zeitgenössische Musik. Seit 2011 ist er Chefdirigent des Noord Nederlands Orkest in Groningen. Stefan Asbury gilt als einer der führenden Dirigenten für zeitgenössische Musik und arbeitet regelmäßig mit den großen deutschen Rundfunkorchestern von NDR, WDR, HR, SWR und BR sowie mit dem RSO Wien. Regelmäßig dirigiert er die namhaften Spezialensembles für Neue Musik: Ensemble Modern, Klangforum Wien, musikFabrik, Ensemble Intercontemporain und London Sinfonietta. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Asbury mit Komponisten wie Oliver Knussen, Steve Reich, Wolfgang Rihm, Unsuk Chin, Mark Anthony Turnage und Harrison Birtwistle.

Burgos, Sophia
Die puertoricanisch-amerikanische Sopranistin Sophia Burgos ist eine passionierte Interpretin von Vokalwerken unterschiedlicher Gattungen – vom Konzertrepertoire über Kammermusik bis hin zu zeitgenössischer Oper. 2018 wird sie mit dem BBC Symphony Orchestra Leonard Bernsteins selten gespieltes »Songfest« zur Aufführung bringen. In der Spielzeit 2015/16 gab Sophia Burgos ihr Operndebüt in Europa: In der Titelrolle von François Paris’ »Maria Republica« an der Oper Angers-Nantes wurde sie vom Publikum gefeiert. Darüber hinaus wurde die Produktion mit dem Kritikerpreis »Meilleure Création Musicale« ausgezeichnet. Sophia Burgos studierte an der Eastman School of Music in New York, wo sie Werke wie Steve Reichs Tehilim zur Aufführung brachte. Ihren Master-Abschluss legte sie am renommierten Bard College ab.

Elbtonal Percussion
Die vier treffsicheren Schlagwerker aus Hamburg beherrschen den kreativen Crossover aus Klassik, Jazz und Weltmusik wie kaum eine andere Formation hierzulande. Mit ihrem beeindruckenden Instrumentarium aus Trommeln, Becken und Gongs aus aller Welt, Marimba- und Vibraphonen begeistert Elbtonal Percussion durch mitreißende Dynamik und stilistische Vielfalt. Elbtonal Percussion tourt seit 1996 durch die Länder, gab über 1000 Konzerte und wurde auf zahlreiche, renommierte Festivals eingeladen. Konzertreisen führten das Quartett durch ganz Europa und wiederholt nach Asien, u.a. zum größten Percussion-Festival Chinas in das Nationaltheater Peking und nach Shanghai, wo sie auf der Expo 2010 die Stadt Hamburg als Kulturbotschafter repräsentierten.

ensemble aisthesis
Das ensemble aisthesis (griechisch: Wahrnehmung; mit den Sinnen verstehen) hat sich auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts spezialisiert. Die Instrumentalisten des Ensembles erarbeiten unter der Leitung von Walter Nußbaum Klassiker der Moderne, wie Werke von Schönberg, Webern, Boulez, Stockhausen und Cage, aber auch exemplarische Werke der Romantik (etwa von Wagner oder Mahler) und Uraufführungen von Auftragswerken – immer in direkter Zusammenarbeit mit den Komponisten. Mit seinem umfangreichen Repertoire für bis zu 20 Musiker konzertiert das ensemble aisthesis nicht nur regelmäßig in Heidelberg, sondern ist auch zu Gast bei Festivals wie musicaviva in München, dem Tongyeong Festival in Südkorea, den Kasseler Musiktagen und dem Basler Musikforum.

Ensemble Musikfabrik
Das Ensemble Musikfabrik nimmt seinen Namen sehr wörtlich: Neue, unbekannte, in ihrer medialen Form ungewöhnliche und oft erst eigens in Auftrag gegebene Werke sind sein vorrangiges Produktionsfeld. Dabei fühlt es sich besonders der künstlerischen Innovation verpflichtet. Seit seiner Gründung 1990 zählt das in Köln beheimatete Ensemble Musikfabrik zu den führenden Klangkörpern der zeitgenössischen Musik. Die Auseinandersetzung mit modernen Kommunikationsformen und experimentellen Ausdrucksmöglichkeiten im Musik- und Performance-Bereich ist ihnen ein zentrales Anliegen. Interdisziplinäre Projekte mit Live-Elektronik, Tanz, Theater, Film, Literatur und bildender Kunst gehören ebenso zum Programm wie Gesprächskonzerte und das Experimentieren mit Konzertformaten, die das Publikum stärker integrieren. Die Gästeliste des Ensembles ist so lang wie prominent besetzt: Sie reicht von Mark Andre und Stefan Asbury über Sir Harrison Birtwistle, Unsuk Chin, Péter Eötvös, Brian Ferneyhough, Mauricio Kagel und Helmut Lachenmann bis zu Mouse on Mars, Carlus Padrissa (La Fura dels Baus), Emilio Pomàrico, Enno Poppe, Wolfgang Rihm und Sasha Waltz.

Ensemble Resonanz
Mit seiner einzigartigen Programmatik, Spielfreude und künstlerischen Qualität zählt das Ensemble Resonanz zu den führenden Kammerorchestern weltweit. In innovativen Programmen spannen die Musiker den Bogen von der Tradition zur Gegenwart. Die alte wie die zeitgenössische Musik gleichermaßen lebendig zu präsentieren, ist dabei Leitgedanke und Motor. Neben namhaften Solisten und Dirigenten arbeiten auch zahlreiche Komponisten wie Enno Poppe, Beat Furrer, Rebecca Saunders, Georg Friedrich Haas, Isabelle Mundry oder Georges Aperghis eng mit dem Ensemble zusammen. In Hamburg hat das Musikerkollektiv als Ensemble in Residence der Laeiszhalle mit großem Erfolg die Konzertreihe »Resonanzen« etabliert, die als Katalysator des Musiklebens Furore macht. In der Elbphilharmonie wird diese Residenz fortgeführt, während die Heimat des Ensemble Resonanz mitten auf St. Pauli, im resonanzraum im Bunker, bleibt. Innovative Musikvermittlungsprojekte und alternative Konzertformen wie die »Ankerangebote« und die Konzertreihe »urban string« sorgen für direkten Dialog mit dem Publikum und weisen den Weg in die Zukunft.

Eötvös, Peter (*1944)
Der aus Ungarn stammende Komponist, Dirigent und Professor ist einer der gefragtesten Interpreten und Kenner der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Er wurde 1944 in Transsylvanien geboren und erhielt sein Kompositionsdiplom an der Budapester Musikakademie und sein Dirigentendiplom an der Musikhochschule Köln. Seine Kompositionen werden weltweit von renommierten Klangkörpern und Opernhäusern aufgeführt. Seinen großen Opernerfolg mit »Drei Schwestern« konnte er mit »Le Balcon«, »Angels in America«, »Love and Other Demons«, »Lady Sarashina« und mit »Tragödie des Teufels« fortsetzen. Zwischen 1968 und 1976 war Eötvös Mitglied des Stockhausen Ensembles. 1978, einer Einladung Pierre Boulez’ folgend, dirigierte er das Eröffnungskonzert des IRCAM in Paris, und wurde zum Musikdirektor des Ensemble Intercontemporain ernannt, einen Posten, den er bis 1991 beibehielt. In der Saison 2017/18 ist er Residenzkünstler der Elbphilharmonie.

Grisey, Gérard (1946-1998)
»Nicht mehr mit Noten, sondern mit Tönen« arbeite er, sagte der französische Komponist Gérard Grisey. In den 1970er-Jahren erforschte er an seinem Computer das Innenleben der Töne, machte die darin enthaltenen Obertöne hörbar, nutzte sie für seine Kompositionen und schuf eine völlig neue Stilrichtung: die Spektralmusik. Griseys Schaffen ist geprägt von den großen Komponisten seiner Zeit: Er nahm Unterrricht bei Henri Dutilleux und Olivier Messiaen. Später nahm er an den Seminaren von György Ligeti, Karlheinz Stockhausen und Iannis Xenakis während der Darmstädter Ferienkurse teil.

Klangforum Wien
24 Musikerinnen und Musiker aus zehn Ländern verkörpern im Klangforum Wien eine künstlerische Idee und eine persönliche Haltung, die ihrer Kunst zurückgeben, was ihr im Verlauf des 20. Jahrhunderts allmählich und fast unbemerkt verloren gegangen ist: einen Platz in ihrer eigenen Zeit, in der Gegenwart und in der Mitte der Gemeinschaft, für die sie komponiert wird und von der sie gehört werden will. Seit seinem ersten Konzert 1985 unter Leitung seines Gründers Beat Furrer hat das Klangforum Wien unversehens ein Kapitel Musikgeschichte geschrieben. Mehr als 500 Werke von Komponisten aus drei Kontinenten hat es uraufgeführt. Das Klangforum Wien könnte auf eine Diskografie von mehr als 70 CDs, auf eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen und auf 2000 Auftritte in den erstklassigen Konzert- und Opernhäusern Europas, Amerikas und Japans, bei den großen Festivals ebenso wie bei jungen engagierten Initiativen zurückblicken – wenn das Zurückblicken denn seine Sache wäre.

Kluth, Simon (*1986)
Simon Kluth, Jahrgang 1986, ist Erfinder, Veranstalter und Moderator des Komponistenwettstreits Composer Slam, den er in ganz Deutschland organisiert. Er hat Musik mit Hauptfach Violine in Detmold und Hannover studiert. Kluth ist langjähriges Mitglied in der Jungen Deutschen Philharmonie. In verschiedenen Kammermusikformationen spielte er u.a. bei den Kunstfestspielen Herrenhausen, beim Manifeste Paris, Luzern Festival und zusammen mit Jörg Widmann beim Heidelberger Frühling.

NDR Chor
1946 gegründet, ist der NDR Chor heute einer der führenden professionellen Kammerchöre Deutschlands. Seit August 2008 hat Philipp Ahmann die künstlerische Verantwortung für das Ensemble. Neben Konzertauftritten und Rundfunkaufnahmen vor allem mit Ensembles des NDR und als Partner aller anderen ARD-Chöre und -Sinfonieorchester liegt der Schwerpunkt der Arbeit des NDR Chors heute besonders auf der Auseinandersetzung mit anspruchsvoller A-cappella-Literatur aller Epochen.

NDR Elbphilharmonie Orchester
Gegründet wurde das NDR Elbphilharmonie Orchester im Jahr 1945 als Orchester des NWDR. Seine Gründung stand im Zeichen des geistigen und kulturellen Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Als erster Chefdirigent prägte Hans Schmidt-Isserstedt über ein Vierteljahrhundert lang das künstlerische Profil des Orchesters; später erreichte die 20-jährige intensive Zusammenarbeit mit Günter Wand eine ähnliche Bedeutung wie diese Ära. Wand, seit 1982 Chefdirigent und seit 1987 Ehrendirigent auf Lebenszeit, festigte das internationale Renommee des Orchesters. Insbesondere seine Maßstab setzenden Interpretationen der Sinfonien von Johannes Brahms und Anton Bruckner wurden dabei zur künstlerischen Visitenkarte des Ensembles. 1998 wurde Christoph Eschenbach in die Position des Chefdirigenten berufen, 2004 setzte Christoph von Dohnányi die Reihe namhafter Chefdirigenten fort. Seit 2011 verantwortet in dieser Position Thomas Hengelbrock die Fortschreibung der Geschichte des Orchesters. Er wird dessen Profil als eines der führenden Konzertorchester des 21. Jahrhunderts weiter ausbauen. Als Erster Gastdirigent steht ihm seit 2016 Krzysztof Urbański zur Seite.

Nußbaum, Walter
Walter Nußbaum studierte Kirchenmusik und Dirigieren in Heidelberg und Trossingen, war bis 1992 Kirchenmusiker an der Johanneskirche Heidelberg und lehrte danach bis 2015 Chorleitung und Dirigieren an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Er gründete 1992 die SCHOLA HEIDELBERG und das ensemble aisthesis.
Seine Schwerpunkte umfassen das Repertoire von der frühen Vokalmusik bis zu Vokal- und Instrumentalwerken von zeitgenössischen Komponisten. Durch Programme, die den Hörer von der Musik vergangener Epochen zur Musik der Gegenwart und wieder zurückführen, macht er Zusammenhänge in der Musik erlebbar. Seine Dirigate führten ihn u.a. zur Biennale Venedig, den Luzerner Festspielen, der Salzburg Biennale, Musica viva München und zum Tongyeong Festival.

Partch, Harry (1901-1974)
Harry Partch, amerikanischer Komponist und Erfinder, versuchte Anfang des 20. Jahrhunderts als einer der ersten, die Musik aus ihrem traditionellen Zwölftonsystem zu lösen. Er interessierte sich für die Zwischentöne, um etwa die Melodie einer Sprechstimme auf Instrumenten wiedergeben zu können. Ab 1923 entwickelte er ein System mit 43 Tonschritten pro Oktave statt der konventionellen 12 und baute auch gleich die passenden Instrumente, um seine mikrotonalen Werke aufzuführen.

Pomárico, Emilio (*1954)
Der Dirigent und Komponist Emilio Pomàrico wurde als Sohn italienischer Eltern in Buenos Aires geboren. 1982 debütierte er als Dirigent in Italien und Südamerika. Seither arbeitete er mit den wichtigsten italienischen Sinfonie- und Theaterorchestern wie dem Orchester der Mailänder Scala. Als Operndirigent stellte sich Emilio Pomàrico bei der Münchener Biennale, dem Teatro La Fenice in Venedig und dem Teatro Nacional de São Carlos in Lissabon vor. Zeitgenössische Musik bildet einen wichtigen Schwerpunkt seiner Tätigkeit. So arbeitet er als Dirigent und Komponist regelmäßig mit dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien und dem ensemble recherche zusammen und wurde zu Festivals wie Wien Modern oder den Donaueschinger Musiktagen eingeladen. Er ist aktueller Artist in Residence beim Hamburger Ensemble Resonanz.

Sollmann, Phillip (*1974)
Seine Karriere als DJ hat Sollmann in Hamburg begonnen, dort entwickelte sich in den späten Neunzigerjahren im Umfeld des Plattenlabels Dial ein gleichermaßen verspielter wie ästhetischer Autoren-Techno. Auf Dial erschienen dann ab 2000 auch die EPs und Alben von Sollmann und mit dem »Efdemin« betitelten Werk aus dem Jahr 2007 wurde er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt: In aufsehenerregender Weise mischte er hier analoge und elektronische Sounds, Glockengeläut und Naturgeräusche. 2005 zog er nach Berlin und wurde im damals gerade eröffneten Technoklub Berghain zum Resident DJ. Doch beschallte er nicht nur in fünf- bis achtstündigen Sets die langen Tanznächte in der Panorama Bar. In den »Elektroakustischen Salons«, die regelmäßig im großen Saal des Berghain stattfanden, mixte er Minimal Music mit belgischem Postpunk, Field Recordings mit Alvin-Lucier-Kompositionen, abstrakten Techno mit elektroakustischer Musik.

Tully, Adrian
Der australische Saxophonist Adrian Tully lebt nach seinen Studien in Brisbane, Paris und Amsterdam seit 2010 in Berlin. Er ist Mitglied des sonic.art Saxophonquartetts und des Ensembles Selmer Saxharmonic. Mit sonic.art war er zu Gast bei zahlreichen Kammermusik Festivals in Europa, Russland, Paraguay, Brasilien, Algerien und Australien. Als Solist spielte er mit den Nürnberger Symphonikern und dem Aachener Sinfonieorchester. Außerdem führte er Thierry Escaich’s Saxophonkonzert »Le Chant des Ténèbres« im Concertgebouw Amsterdam auf.

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