Freitag, 18. November 

17 Uhr / KMH

KLANGWELLE – KLANGRADAR 3000

STRANGEINVASION

Schüler der Stadtteilschule Hamburg-Mitte komponieren
Goran Lazarevic Komponist
Matthias Müller Musiklehrer

Greatest Hits hat auch für den Nachwuchs Einiges im Programm: Im Rahmen des Projekts Klangradar 3000 beschäftigten sich Schüler der Stadtteilschule Hamburg-Mitte mit John Cage und ließen sich zu einer eigenen Komposition inspirieren, die sie im Vorkonzert selbst präsentieren.

Eintritt frei

Veranstaltungsdetails

Klangradar 3000
Klangradar eröffnet Schülern die einzigartige Möglichkeit, im Rahmen ihres Schulalltags experimentelle und zeitgenössische Musik auf interaktive Weise zu entdecken. Unter Anleitung von Komponisten und Musikern erfahren die Schülerinnen und Schüler beim Komponieren die eigenen kreativen Fähigkeiten. Jede Klangradar-Komposition lehnt sich dabei an ein Konzert an, in dessen Vorfeld die neu entstandenen Werke präsentiert werden.

Klangradar © Claudia Höhne

Klangradar © Claudia Höhne

Klangradar © Claudia Höhne

Klangradar © Claudia Höhne

18 Uhr / K4

NELLY BOYD ENSEMBLE

Nelly Boyd Ensemble
Moxi Beidenegl Stimme, Schlagwerk
Robert Engelbrecht Violoncello, E-Gitarre, Schlagwerk
Jan Feddersen Klavier, E-Gitarre, Schlagwerk
Johann Popp E-Gitarre, Schlagwerk

John Cage: Four6
Morton Feldman: Durations 2
James Tenney: For Percussion perhaps, or … (night)
Alvin Lucier: Criss-Cross

Auch der zweite Tag von Greatest Hits dreht sich um die (musikalische) Freundschaft von Morton Feldman und John Cage. Die Spezialisten des Hamburger Komponistenkollektivs Nelly Boyd – das Hausensemble vom klub katarakt – widmen sich je einem Werk der beiden amerikanischen Musikergrößen und stellen ihnen zwei Vertreter der Nachfolgegeneration gegenüber, die für reizvolle Hörerlebnisse sorgen.

Tickets € 9

Veranstaltungsdetails

Nelly Boyd Ensemble
Der Nelly Boyd Kreis ist ein Hamburger Ensemble und Komponistenkollektiv und wurde 2004 gegründet. Die Mitglieder stammen aus verschiedenen Disziplinen wie bildender Kunst, klassischer Komposition, elektroakustischer Musik, Rock und freier Improvisation. Als Kollektiv realisiert Nelly Boyd wechselseitig die musikalischen Ideen seiner Mitglieder. Als aufführendes Ensemble erforscht der Nelly Boyd Kreis seine musikalischen Einflüsse durch Komponisten der europäischen und amerikanischen klassischen Avantgarde und lädt dazu häufig Gastmusiker ein. Die Programme haben stets konzeptionellen Charakter und arbeiten stark mit der jeweiligen Aufführungssituation. Das Ensemble spielte u. a. Werke von John Cage, Morton Feldman, Terry Riley, Karlheinz Stockhausen und James Tenney und arbeitete mit den Komponisten Alvin Lucier, Phill Niblock, Christian Wolff und mit Charles Curtis für eine Aufführung von La Monte Youngs »Composition 1960 # 7«. Nelly Boyd spielt regelmäßig auf den Festivals Blurred Edges und klub katarakt in Hamburg und hat Auftritte weltweit.

Alvin Lucier
Eine Gratwanderung zwischen Performance, Musik und Wissenschaft: Der amerikanische Komponist Alvin Lucier misst auch schonmal seine Gehirnwellen, um damit ein Schlagzeug zu spielen. In seinem bekanntesten Stück »I Am Sitting in a Room« spielt Lucier eine Aufnahme seiner eigenen Stimme wieder und wieder in einem Raum ab, bis nur noch die dem Raum eigene Resonanz zu hören ist. In den 60er Jahren traf er Karlheinz Stockhausen und John Cage und wurde von beiden stark beeinflusst, Cage animierte ihn erstmals eigene Stücke zu schreiben. 1966 gründete er mit anderen Komponisten die Sonic Arts Union, ein Komponistenkollektiv, das zehn Jahre lang mit Live-Elektronik auftrat. Er lehrte 40 Jahre lang an der Wesleyan University in Conneticut. Inzwischen ist Lucier emeritiert.

James Tenney
James Tenney gilt als einflussreichster Komponist im Bereich der elektronischen und synthetischen Klangerzeugung. Nach seinem Studium hatte Tenney Kompositionsunterricht bei John Cage und Edgar Varèse. Er arbeitete mit den anderen einflussreichen Komponisten der 60er Jahre zusammen: darunter Steve Reich, Morton Feldman, John Cage und Philip Glass. Seine Arbeiten verbinden Stochastik, Elektronik und Informationstheorie. In seiner viel beachteten theoretischen Schrift »Meta/Hodos« beschreibt er eine neue Methode der musikalischen Analyse.

Nelly Boyd © Christian Hansen

Nelly Boyd © Christian Hansen

19:30 Uhr / K2

BANG ON A CAN All-STARS

Bang on a Can All-Stars
Adrián Sandí Klarinette
Ashley Bathgate Violoncello
Robert Black Kontrabass
Derek Johnson Gitarre
Vicky Chow Klavier
David Cossin Schlagzeug

Julia Wolfe: Reeling
Florent Ghys: An open Cage
Michael Gordon: Gene takes a Drink (mit Film von Bill Morrison)
Christian Marclay: Fade to Slide (mit Film)
David Lang: Unused Swan
Tyondai Braxton: Casino Trem
Steve Reich: The Cave of Machpelah aus »The Cave«, arr. Michael Gordon
Caroline Shaw: Really craft when you
Todd Reynolds: Seven Sundays
Alvin Lucier: Firewood
Bryce Dessner: Letter 27
Anna Clyne: A wonderful day

Die Musiker von Bang on a Can rücken ganz nahe an die Gegenwart und werden für ihren stilübergreifenden Zugang zur zeitgenössischen Musik weltweit gefeiert. Für ihr Album »Field Recordings« baten sie Freunde aus verschiedensten Bereichen der Musikwelt, auf Basis von Tonaufnahmen von Stimmen, Melodien oder Naturgeräuschen neue Werke zu schreiben. Ans Werk gemacht haben sich u.a. Bryce Dessner, Gitarrist von The National, der Minimal-Music-Pionier Steve Reich oder der Electrokünstler Tyondai Braxton. Die Ergebnisse sind so unterschiedlich wie ihre Schöpfer.

Tickets € 18

Veranstaltungsdetails

Bang on a Can
Bang on a Can startete 1987 in New York als 12-stündiger Konzert-Marathon mit experimenteller Musik von größtenteils unbekannten Musikern. Heute ist das Festival mit seinen zahlreichen Ablegern eine der wichtigsten Instanzen für Neue Musik. Neben dem jährlichen Festival gibt es die Bang on a Can All-Stars, die auf der ganzen Welt in Konzertsälen und auf Festivals spielen und etliche CD-Aufnahmen mit Neuer Musik eingespielt haben. Um den Nachwuchs kümmert sich Bang on a Can ebenfalls: Jährlich haben junge Komponisten im Massachusetts Museum of Contemporary Art die Chance, von den Pionieren der Neuen Musik zu lernen. Das große Ziel der Gründer Michael Gordon, Julia Wolfe und David Lang: neuen musikalischen Ideen einen Raum geben, in dem sie sich frei von Grenzen genreübergreifend entwickeln können.

Julia Wolfe
1987 gründete Julia Wolfe mit David Lang und ihrem Ehemann Michael Gordon das Bang on a Can Festival. Ihre Musik ist beeinflusst von Rockmusik und enthält oft wiederkehrende Muster, die ganz der Minimal Music der 60er Jahre entsprechen. Außerdem verarbeitet sie in ihren Werken historische Stoffe: So in »Cruel Sisters«, einer traditionellen englischen Ballade, oder »Steel Hammer«, das sich auf die Arbeiter-Legende um John Henry bezieht. Renommierte Ensembles und Orchester wie das Ethel, Kronos und Cassatt Quartett oder das Münchener Kammerorchester haben Werke bei Julia Wolfe beauftragt. Seit 2009 ist sie Professorin für Komposition an der New York University. Für ihr Werk »Anthracite Fields« erhielt sie 2015 den Pulitzer-Preis für Musik.

Bryce Dessner
Seinen Durchbruch hatte Bryce Dessner 2009 mit »Aheym«, einem Auftragswerk für das Kronos Quartet. Seit dem ist er einer der gefragtesten Komponisten der heutigen Zeit. Seine Orchester-, Kammer- und Vokalwerke werden von führenden Konzerthäusern und Ensembles beauftragt: Los Angeles Philharmonic, Ensemble intercontemporain, Kronos Quartet, Barbican Centre, Metropolitan Museum of Art und vielen mehr. Als Leiter zahlreicher Festivals in den USA und Großbritannien bringt Bryce Dessner immer wieder Größen der Neuen Musik Szene zusammen, darunter Steve Reich, Philip Glass und Hiroshi Sugimoto. Zusammen mit Ryuichi Sakamoto schrieb er die Musik zum Film »The Revenant«, der einen Golden Globe für die beste Filmmusik erhielt. 2016 erschien in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Aaron bereits sein zweites Charity-Album.

Steve Reich
Der New Yorker Komponist Steve Reich ist einer der Pioniere der Minimal Music und gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine innovativen Arbeiten mit Bandschleifen (Tape Music) und die daraus resultierende Kompositionstechnik der Phasenverschiebung (Phasing) standen am Anfang seines Schaffens und können als frühe Form des Sampling betrachtet werden. Was heute als Minimal Music bezeichnet wird, geht auf das Streben von Komponisten wie Steve Reich in den 60er Jahren zurück: Sie suchten im Ritus, im Tanz und im Archaischen nach den Wurzeln der Musik, um die Menschen mit ihrer Musik unmittelbar berühren zu können, emotional und nicht nur intellektuell.

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Bryce Dessner © Shervin Lainez

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Julia Wolfe © Peter Serling

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Steve Reich © Jeffrey Herman

bang on a Can All-Stars © Peter Serling

Video: Julia Wolfe – Reeling

21:30 Uhr / K1

COMPOSER SLAM

Ehsan Ebrahimi, Kostia Rapoport, Julia Mihály, Tatjana Prelevic, Sebastian Wendt Komponisten
Moderation Simon Kluth

Den Abschluss des zweiten Tages bildet ein furioser Composer Slam, der die Prinzipien der beliebten Poetry Slams auf Musik überträgt. Hier wie dort liegt es in der Hand des Publikums, einen Künstler ins Finale zu bringen – nur dass diese statt mit Worten hier mit eigenen Kompositionen überzeugen müssen. Die Regeln sind schnell erklärt: Jeder Kandidat erhält fünf Minuten für eine gesanglose Darbietung, die er selbst geschrieben haben muss und alleine darbringt. Danach entscheidet das Voting des Publikums, welche drei Kandidaten ins Finale einziehen, wo aus den verbliebenen drei dann der Sieger gekürt wird.

Tickets € 12

Veranstaltungsdetails

Simon Kluth
Simon Kluth, Jahrgang 1986, ist Erfinder, Veranstalter und Moderator des Komponistenwettstreits Composer Slam, den er in ganz Deutschland organisiert. Er hat Musik mit Hauptfach Violine in Detmold und Hannover studiert. Kluth ist langjähriges Mitglied in der Jungen Deutschen Philharmonie. In verschiedenen Kammermusikformationen spielte er u.a. bei den Kunstfestspielen Herrenhausen, beim Manifeste Paris, Luzern Festival und zusammen mit Jörg Widmann beim Heidelberger Frühling.

Ehsan Ebrahimi
Mit den exotischen Klängen seines persischen Santur, der einem Hackbrett ähnelt, hat Ehsan Ebrahimi bereits im letzten Jahr beim Composer Slam beim Heidelberger Frühling die Ohren des Publikums für sich gewonnen. Der Kompositionsstudent an der HMTM Hannover muss nun beim Composer Slam auf Kampnagel seinen Titel verteidigen.

Kostia Rapoport
Kostia Rapoport komponiert digital beeinflusste Musik, arbeitet an Remixen, Film- und Bühnenmusiken. Nach seinem Kompositions-Studium war er an Hörspielen für den NDR und WDR beteiligt. Da Tobias Hertlein krankheitsbedingt kurzfristig ausfällt, springt Kostia Rapoport freundlicherweise für ihn ein.

Julia Mihály
Julia Mihály arbeitet mit verschiedenen Controllern wie USB-Kameras und Wii-Fernbedienungen, um ihre Stimme zu modulieren. Sie hat klassischen Gesang und elektronische Komposition in Hannover und am ZKM in Karlsruhe studiert. Dort arbeitet sie auch immer noch für das Webradio des ZKM.

Tatjana Prelevic
Nach ihrem Klavier- und Kompositionsstudium an der Musikhochschule Titograd (heute Podgorica, Montenegro) und dem Konzertexamen an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover gründete Tatjana Prelevis das Ensemble »ur-werk«, das sich vor allem der Aufführung von Musiktheaterstücken widmet.

Sebastian Wendt
Sebastian Wendt studierte Klarinette und Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover und spielt regelmäßig beim Ensemble Megaphon und im Orchester im Treppenhaus. Seine kompositorische Arbeit beschreibt er selbst als »die Synthese von organischen und mechanischen Abläufen und Strukturen«, um daraus eine »lebendig-komplexe, frische Klangsprache« zu entwickeln.

Simon KLuth © Ulrikismus

Simon KLuth © Ulrikismus

Ehsan Ebrahimi © Philip Loeper

Ehsan Ebrahimi © Philip Loeper

Sebastian Wendt © Michael Galian

Sebastian Wendt © Michael Galian

Video: Teaser Composer Slam

Video: Teaser Composer Slam

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